Begleitet von scharfen Sicherheitsmaßnahmen zogen die Demonstranten vom Victoria Park zum Stadtviertel von Wan Chai. Konkret geht es den Demonstranten um zwei Forderungen: die formale Rücknahme des umstrittenen Auslieferungsgesetzes und die Einsetzung eines unabhängigen Untersuchungsausschusses, der die Polizeigewalt bei Zusammenstößen am Rande früherer Demonstrationen untersuchen soll.

Die Organisatoren kritisierten, dass die Polizei nur eine kürzere Marschroute für die Demonstration erlaubt hatte. Sie bemängelten, dass diese im dicht bevölkerten und engen Wan Chai endet, wo die Massen sich am Ende der Demonstration nur schwer auflösen können. Die Polizei will damit vermeiden, dass die Demonstranten am Regierungssitz und Parlament vorbeiziehen.

China Regierungsgegner-Demonstrationen in Hongkong (Reuters/E. Su)

Hongkongs Demonstranten lassen nicht locker. Seit Wochen gehen sie auf die Straße

Die frühere britische Kronkolonie kommt seit Wochen nicht zur Ruhe. Auslöser der Proteste war das inzwischen auf Eis gelegte Gesetz für Auslieferungen von Personen an China, die von der chinesischen Justiz beschuldigt werden. Der Widerstand ist groß, weil Chinas Justiz nicht unabhängig ist und als Werkzeug der politischen Verfolgung dient. Auch warnen Kritiker vor Folter und Misshandlungen in China. Regierungschefin Carrie Lam hat den Gesetzentwurf seither ausgesetzt und als “gestorben” bezeichnet. Einen formgerechten Rückzug des Entwurfs, wie von den Demonstranten gefordert, lehnt sie aber ab.

Schutzbarrieren

Für die heutige Demonstration haben sich Behörden und Unternehmen geschützt. So wurden bei der Großbank HSBC große Metallbarrieren auf der Straße erreichtet, um das Wolkenkratzergebäude zu schützen.

Der jüngste Protest findet einen Tag nach der prochinesischen Kundgebung statt. Mehr als 100.000 Menschen waren aus Solidarität mit der Polizei und der umstrittenen pro-chinesischen Regierung auf die Straße gegangen.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong unter chinesischer Souveränität autonom in eigenen Grenzen regiert. Anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik genießen die sieben Millionen Hongkonger das Recht auf freie Meinungsäußerung sowie Presse- und Versammlungsfreiheit.

cgn/fab (dpa, rtre)





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