Die Hamburger Reedereigruppe Bernhard Schulte Shipmanagement teilte mit, ihr Tanker “Kokuka Courageous” sei beschädigt worden. Das Schiff sei evakuiert, eines der 21 Besatzungsmitglieder sei leicht verletzt worden, erklärte ein Sprecher. Bei dem anderen Tanker soll es sich Schifffahrtskreisen zufolge um den Öltanker “Front Altair” der norwegischen Gesellschaft Frontline handeln. Der Tanker habe sich zu dem Zeitpunkt vor der Küste von Fudschaira in den Vereinigten Arabischen Emiraten befunden. Er soll von einem Torpedo getroffen worden sein, berichtete die Schifffahrtszeitung “Tradewinds” unter Berufung auf Branchenkreise. Das Schiff könnte auch von einer Seemine getroffen worden sein.

Die iranische Nachrichtenagentur Irna meldete, ein iranisches Schiff habe 44 Seeleute der beiden beschädigten Öltanker aufgenommen. Sie seien in einen Hafen des Irans gebracht worden.

US-Navy schickt Hilfe

“Wir wissen von dem gemeldeten Angriff auf Tankschiffe im Golf von Oman”, erklärte die Fünfte Flotte der US-Navy. “Die US-Seestreitkräfte in der Region haben zwei verschiedene Notrufe um 06.12 Uhr Ortszeit und um 07.00 Uhr erhalten.” 

Karte Tanker angeschossen Golf von Oman DE

Der Golf von Oman ist über die Straße von Hormus mit dem Persischen Golf verbunden

Im Konflikt mit dem Iran hatten die USA zuletzt ihre Militärpräsenz in der Golfregion verstärkt. Die Fünfte Flotte der USA ist im Golfemirat Bahrain stationiert. Sie ist unter anderem für den Persischen Golf, den Golf von Oman und das Rote Meer zuständig.

Auch die Informationsplattform UKMTO der britischen Marine berichtete von einem Zwischenfall. Die Organisation registriert und untersucht Angriffe auf Handelsschiffe in der Region. Anrainer der dortigen Meerenge sind der Iran sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Oman.

Spannungen zwischen dem Iran und den USA

Erst Mitte Mai waren vier Öltanker vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate attackiert worden. Saudi-Arabien machte den Iran und von ihm unterstützte Kräfte dafür verantwortlich. Der Iran wies die Vorwürfe zurück. Die genauen Umstände blieben jedoch unklar.

Auch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran haben sich zuletzt massiv verschärft. US-Sicherheitsberater John Bolton sprach später von Angriffen mit Seeminen, für die “fast sicher” der Iran schuld sei. Beweise für seine Anschuldigung legte er nicht vor. Die Regierung in Teheran sprach von “lächerlichen Behauptungen”.

Iran Shinzo Abe und Ali Chamenei (Ilna)

Shinzo Abe will “solche Gespräche fortführen und nicht die Hoffnung aufgeben”.

Der mutmaßliche Angriff hat den Ölpreis in die Höhe getrieben. Leichtes US-Öl und Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um jeweils mehr als einen Dollar auf 52,41 beziehungsweise 61,64 Dollar je Barrel (159 Liter).

Der Vorfall überschattet den Besuch des japanischen Regierungschefs Shinzo Abe, der im Iran im Atomkonflikt mit den USA vermitteln will. Iran fordert im Konflikt mit den USA weiterhin die Aufhebung der Sanktionen. Das bekräftigte Präsident Rohani nach einem Treffen mit Abe.

ni/mak (afp, dpa, rtr)





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